Er steht im Zentrum jedes Heimkinos: der Fernseher. Dank
wachsender Bilddiagonalen und Auflösung vermitteln aktuelle
TV-Geräte echtes Kino-Feeling zu Hause. Doch bei der Geräteauswahl
sehen sich Heimkino- Fans mit einer Vielzahl von Kürzeln und
Fachbegriffen konfrontiert: Full-HD oder HD-ready, LCD oder Plasma,
HDMI, YUV, ... ? Wir möchten Ihnen mit dieser Informationsseite
dabei helfen, im Dschungel dieser Begriffe den für Sie richtigen
Fernseher zu finden. Damit er Ihnen viele unterhaltsame Stunden
bescheren kann.
LCD oder Plasma ?

Welche Bauweise für flache Fernseher ist besser? Wo liegen die Vor-
und Nachteile? Lesen Sie, worauf Sie bei der Entscheidung achten
sollten.
Zwei Technologien kommen bei flachen Fernsehern zum Einsatz:
Flüssigkristall- (auch LCD für englisch „Liquid Crystal Display“)
und Plasmamonitore. Die Funktionsprinzipien der beiden
Bilderzeugungsverfahren unterscheiden sich und haben daher bestimmte Vor- und Nachteile.
Größenunterschiede
Traditionell galt die Faustregel: LCD-Fernseher deckten
Bildschirmdiagonalen bis etwa 36 Zoll (92 cm) ab, Plasma-Fernseher
waren für die Bildgrößen oberhalb dieses Maßes besser geeignet. Dies
gilt heute so nicht mehr: Auch LCD-Fernseher sind mit Diagonalen bis
65 Zoll (165 cm) erhältlich, Plasma-Geräte reichen hinunter bis 32
Zoll (81 cm). Noch kleinere Bildschirme lassen sich mit der
Plasma-Technik allerdings nicht bauen, weil die Plasma-Zellen sich
nicht beliebig verkleinern lassen. Eher ausschlaggebend für den
Preis von TV-Geräten ist heute aber die Auflösung: Full-HD-Geräte sind aufwändiger zu produzieren und daher teurer.
Stärken und Schwächen
Weil die Bildzellen beim Plasma-Verfahren aktiv leuchten, während
bei LCD Licht ausgefiltert wird, liefern Plasma-Geräte meistens
brillantere Farben. Dafür sind Plasma-Fernseher empfindlich gegen
den so genannten Einbrenn-Effekt: stehen dieselben Bildinhalte sehr
lang auf dem Schirm (etwa bei Videospielen), können sie sich als
Geisterbilder in den Bildschirm „einbrennen“. Dieses Problem kennt
das LCD-Verfahren nicht. Zudem punktet es oft mit helleren und somit
kontrastreicheren Bildern. Dafür stellt die Darstellung von dunklem
Schwarz viele LCD-Schirme vor Probleme. Und manche
Flüssigkristall-Fernseher leiden unter extremen Blickwinkeln – wer
schräg auf das TV-Gerät schaut, erkennt nicht mehr viel. In punkto
Stromverbrauch nehmen sich die Technologien nicht viel – er hängt
heute mehr vom individuellen Gerät als von der grundsätzlichen
Bilderzeugungs-Technik ab. Außerdem gilt natürlich: je größer ein
Fernseher, umso mehr Strom verbraucht er auch. Bei Plasma-Geräten
ist die Stromaufnahme zudem stark vom Bildinhalt abhängig; helle,
weiße Flächen verbrauchen mehr Energie als dunkle oder schwarze
Bilder. Bei LCD-Geräten ist dieser Effekt geringer.
Der individuelle Eindruck zählt
Die Hersteller haben die prinzipiellen Nachteile beider Technologien
aber immer weiter entschärft. Verlassen Sie sich heute daher darauf,
was Sie sehen: bei der Geräteauswahl sollten Sie sich mit eigenen
Augen von der Bildqualität überzeugen. Nun wissen Sie ja, worauf Sie
dabei achten sollten.
So funktioniert die
Technik
LCD-Fernseher
sind stark verwandt mit den Monitoren, die man vom PC kennt.
Jeder einzelne Bildpunkt wird von einem
Flüssigkristall-Element gesteuert. Je nachdem, ob eine
elektrische Spannung anliegt, lassen die Flüssigkristalle
das Licht einer Hintergrundlampe durch oder sperren es (Bild
rechts oben).
Plasma-Fernseher
besitzen für jeden Bildpunkt eine mit Edelgas (Neon oder
Xenon) gefüllte Zelle. Liegt an den Elektroden der Zelle
eine Spannung an, versetzt diese das Gas in einen „Plasmazustand“,
worauf es UV-Licht emittiert. Diese regt wiederum eine
Phosphorschicht zum Leuchten an (Bild rechts unten). |
 |
HD-ready oder Full-HD

Wie viel Auflösung hätten Sie denn gern? Worin liegt der
Unterschied zwischen HD-ready und Full-HD? Und sind mehr Pixel in
jedem Fall besser?
Hochauflösendes Fernsehen ist die Zukunft – und schon heute in
aller Munde. Auch wenn ein Großteil der ausgestrahlten
Fernsehprogramme noch in der klassischen PAL-Auflösung gesendet
wird, gibt es doch immer mehr Programminhalte in hoher Auflösung
(„HDTV“): Angefangen von den ersten, per Digital-TV oder auch IPTV
empfangbaren HDTV-Kanälen wie Anixe HD, HD1, Pro7 HD, Sat.1 HD,
Premiere HD und Discovery HD, über die DVD-Nachfolger Blu-ray und
HD-DVD bis hin zu eigenen Camcorder-Aufnahmen oder der Präsentation
hochauflösender Digitalfotos auf HD-. Mit wenigen Ausnahmen sind
alle aktuellen Flach-Fernseher „HD-ready“ und somit in der Lage,
HDTV-Inhalte anzuzeigen. Doch „HD-ready“ bedeutet noch nicht, dass
der Bildschirm die maximale HDTVAuflösung von 1920 x 1080 Pixeln
anzeigen kann. Das entsprechende darf ein TV Gerät bereits tragen,
wenn sein Bildschirm mindestens 720 Bildzeilen darstellen kann – zum
Beispiel in der verbreiteten Auflösung von 1366 x 768 Pixeln.
Vor- und Nachteile von Full-HD
Besitzt der Bildschirm dagegen als „native“ (also tatsächlich in
Form von Zellen oder Bildpunkten vorhandene) Auflösung die maximale
HDTV-Pixelzahl von 1920 x 1080, spricht mal von „Full-HD“ – also
„voller HD-Auflösung“. Der visuell wahrnehmbare Unterschied ist
allerdings geringer als man von den Zahlen her meinen könnte. Nur
wer relativ nah vor dem Fernseher sitzt und besonders hochwertig
produziertes HDTV Material betrachtet, dem fällt die höhere
Bildauflösung typischerweise auf. Dennoch: für die maximal
erzielbare Bildschärfe und die wirklich uneingeschränkte
Bildqualität und Detailtreue von HDTV-Signalen ist ein
Full-HD-Bildschirm Voraussetzung. Doch „Full-HD“ hat auch Nachteile:
so gut die hohe Auflösung zu HDTV-Bildquellen passt, so weit ist sie
von der klassischen PAL-Auflösung entfernt. Um das Bildsignal von
„Standard Definition“- Fernsehsendungen oder den heute üblichen DVDs
mit seinen 720 mal 576 Bildpunkt auf 1920 x 1080 Pixel
hochzurechnen, ist eine sehr leistungsstarke Signalverarbeitung
notwendig. Die Gefahr besteht, dass die „skalierten“ Bilder unscharf
wirken und durch digitale Bildfehler („Artefakte“) entstellt werden.
Welcher TV-Typ sind Sie?
Wer sicher weiß, dass er über die nächsten Jahre überwiegend
PAL-Fernsehen und
DVDs mit „Standard Definition“ anschauen will, ist deshalb in der
Regel mit einem „HD-ready“-Gerät besser beraten. Wer dagegen schon
heute auf HD-Empfang per Kabel, Satellit oder IPTV setzt und auch
schon oder in Kürze einen Blu-ray- und/oder HD DVD- Player anschaffen
will, der ist prädestiniert für ein „Full-HD“-Modell. In jedem Fall
sollte man bei der Geräteauswahl darauf achten, dass der Fernseher
eine leistungsstarke Signalverarbeitung bietet.
„HD-ready“ und „HD-ready
1080p“
Um HD-taugliche Geräte zu identifizieren, haben die
Hersteller zwei Gütesiegel entwickelt: Das Logo HD-ready
bekommen Fernseher und Projektoren, die folgende Kriterien
erfüllen: 1. Das Gerät akzeptiert HDTV-Signale über eine
analoge (YUV) und eine digitale Buchse (HDMI oder DVI mit
HDCP). 2. Das Bild hat 16:9- Format und mindestens 720
Zeilen. 3. Die Elektronik versteht die Signale 720p und
1080i. Trägt das Logo den Zusatz 1080p, erfüllt das Gerät
zusätzliche Anforderungen: es hat eine native Auflösung von
1920 x 1080 Pixel, kann Bilder progessiv darstellen und
akeptiert Signale mit 24, 50 und 60 Hertz.
|
 |
Progressive

1080 Bildzeilen sind nicht alles. Zum Abspielen von HD-Filmen von
Blu-ray und HD-DVD sollte der Fernseher auch „progressive“
Darstellung unterstützen.
Von je her war Übertragungskapazität oder „Bandbreite“ ein
knappes Gut. Das galt insbesondere in der Zeit analoger
Ausstrahlungen per Antenne oder Kabel. Schon das klassische
PAL-Fernsehen behalf sich daher eines Tricks, mit dem sich die
Anzahl übertragener Bildzeilen halbieren ließ, ohne dass es dem
Zuschauer allzu sehr aufgefallen wäre: dem „Zeilensprung“ oder englisch: „Interlaced“-Signalen. Denselben Trick
gibt es auch noch im HDTV-Zeitalter: der Buchstabe i beim Signaltyp
1080i weist auf den „Interlaced“-Modus hin.
Weg mit dem Zeilensprung
Im Kino allerdings gibt es kein „Interlaced“. Dort werden 24
Vollbilder pro Sekunde projiziert. Um denselben Bildeindruck auch im
Heimkino zu liefern, sind Kinofilme auf den neuen Disc-Typen Blu-ray
und HD-DVD mit 24 „progressiven“ (also zeilensprungfreien) Bildern
pro Sekunde gespeichert. Man spricht auch von „p/24“ oder „24p“.
Sofern Abspielgerät und Bildschirm diesen Modus unterstützen, werden
dann 24 Vollbilder mit 1080 Bildzeilen pro Sekunde angezeigt
(„1080p“). Gute Signalverarbeitungs- Elektronik kann außerdem
1080i-Signale durch Errechnen von Zwischen-Zeilen („De-Interlacing“)
in 1080p anzeigen. Beide Modi sollte ein HD-tauglicher Fernseher
beherrschen.
So funktioniert der
Zeilensprung
Bisherige TV-Signale zeigen zuerst alle ungeradzahligen
Bildzeilen, und danach alle geradzahligen. Man spricht auch
von „Halbbildern“. Erfolgt der Wechsel schnell genug (25 mal
pro Sekunde), nimmt das Auge nur noch ein leichtes Flimmern
war, hat aber den Eindruck einer flüssigen Bewegung aus 50
Einzelphasen pro Sekunde.
|
 |
Weg mit dem Zeilensprung

Der Standard „Digital Video Broadcast“ (DVB) sorgt für digitalen TV
Empfang. Doch was muss das Fernseher zu diesem Zweck können?
Hochauflösendes Fernsehen wird in Europa ausschließlich digital
ausgestrahlt. Aber auch „Standard Definition“- Programme (also
klassisches PALFernsehen) gelangt zunehmend auf digitalen
Übertragungswegen ins Wohnzimmer. Der Vorteil: mit Digital-TV lassen
sich mehr Programme über vorhandene Kanäle übertragen.
Empfangsstörungen führen nicht mehr zu Rauschen oder Geisterbildern,
bei geringer Signalqualität allerdings zu Pixel-Blocks und
ruckelnden Bildern. Die digitale TV-Ausstrahlung kann über alle
bisher bekannten Übertragungswege erfolgen: per Antenne, per Kabel
oder per Satellit. Für jeden dieser Übertragungswege gibt es einen
eigenen Sendestandard: DVB-T für Antenne, DVB-C für Kabel oder DVB-S
für Satellit. Je nach dem von Ihnen verwendeten Empfangsweg sollte
Ihr TV-Gerät ein entsprechendes Empfangsteil („Tuner“) besitzen. Ist
dieser nicht im Gerät eingebaut, hilft eine externe Empfangsbox.
Weil sie in Zeiten von Röhren-Geräten oben auf dem TV-Gerät stand,
spricht man auch von einer „Set-Top-Box“. Mit „IPTV“ kam unlängst
ein weiterer Empfangweg für Digital-TV hinzu: das Internet. Auch
IPTV erfordert eine Set-Top-Box.
PAL & Co.

Bei aller Begeisterung für HDTV sollte man nicht vergessen: das alte
PAL Fernsehen ist längst noch nicht tot. Was bedeutet das beim
Gerätekauf?
Die neuen Programmquellen für HDTV liefern bis zu fünf mal mehr
Bildpunkte als das konventionelle PAL-Fernsehen: 1920 mal 1080
entspricht 2 Megapixeln, die 720 mal 576 Pixel von PAL sind 0,4
Megapixel. Doch es wird noch bis zum Jahr 2010 oder länger dauern,
bis die meisten TV-Sender ihr Programmangebot in HDTV ausstrahlen.
Und selbst dann ist über viele Jahre ein Parallelbetrieb von HD und
SD (Standard Definition) abzusehen. Auch HD-ready und
Full-HD-Fernseher müssen deshalb noch auf viele Jahre mit
PAL-Signalen klar kommen. Digitale Signalverarbeitung mit
aufwändigen Rechenoperationen wie De-Interlacing, Skalierung und
Bewegungserkennung und –Berechnung sorgen dafür, dass die
niedrigauflösenden Fernsehbilder auf HD-ready- und Full-HD
Bildschirmen immer noch gut aussehen.
Wer übernimmt das Skalieren?
Empfangsteile für klassisches PAL-TV sind deshalb in praktisch allen
aktuellen Flach-TV-Geräten eingebaut. Auch Zusatzgeräte wie DVD- und
Festplattenrecorder sind bis auf weiteres auf PAL-Empfang ausgelegt.
Das Hochrechnen auf die höhere Displayauflösung übernimmt die
Bildverarbeitungselektronik des Fernsehers. Im typischen
Wohnzimmer-Gerätepark finden sich aber auch immer mehr Geräte, die
diese Funktion ebenfalls bieten. So ist in höherwertigen DVD-Playern
häufig ein „Scaler“ eingebaut, der die PAL-Auflösung der
Silberscheiben auf HDTV-gerechte Pixelzahlen hochrechnet, um dann
per HDMI-Buchse ein HD- Signal ausgeben zu können.
Ähnliches gilt für Festplatten- und DVD-Recorder mit
HDMI-Schnittstelle. Und auch HDTV-kompatible Settop-Boxen können
PAL-Signale häufig in höhere Auflösungen hochrechnen. Blu-Ray- und
HD-DVD-Player können im übrigen auch DVDs abspielen und deren
Bildsignale hochrechnen – „skalieren“. Wenn Sie solche Geräte
besitzen, stellt sich die Frage, welche Komponente das Skalieren
übernehmen soll: der Zuspieler oder der Fernseher? Pauschal lässt
sich diese Frage nicht beantworten. Vor allem sehr hochwertige
Player erzielen beim Skalieren und De-Interlacing häufig bessere
Ergebnisse als die TV-Elektronik. Umgekehrt ist die
Signalverarbeitung des Fernsehers oft besser auf den Bildschirm
abgestimmt als ein externes Gerät. Die praktische Empfehlung kann
daher nur lauten: probieren Sie es aus und vergleichen Sie die
Ergebnisse. Vermeiden Sie dabei aber „doppelte“ Skalierung – etwa
wenn der Player 1080p liefert, das TV Gerät dieses Signal dann aber
wieder auf native 720 beziehungsweise 768 Zeilen herunterrechnen
muss.
HDTV bleibt ungeschlagen
Auch wenn PAL-Zuspieler einen „Scaler“ besitzen, sehen Sie damit
trotzdem kein HDTV. Die Bildverarbeitung kann das PALBild
„aufblasen“, dabei aber niemals die hohe Schärfe echter HD-Signale
erzielen.
So funktioniert der Zeilensprung
Zu PAL-Zeiten galt: Der ideale Betrachtungsabstand entspricht
der vier- bis sechsfachen Bildhöhe. Von einem Röhren-TV mit 76
Zentimeter Diagonale sollte man demnach 1,5 bis 2,2 Meter entfernt
sitzen. Mit großen Flach-TVs geht diese Rechnung nicht mehr auf –
niemand will über drei Meter von seinem 106-cm- Bildschirm entfernt
sitzen. HDTV soll deshalb bei gleichem Schärfeeindruck größere
Bilder, also geringere Betrachtungsabstände ermöglichen. Vor
HDTV-Bildern genügt daher ein Abstand von dreifacher Bildhöhe.

HDMI & Co.

HDMI, DVI, YUV, VGA, Scart, S-Video – moderne TV-Geräte haben
unzählige Buchsen. Wo schließt man am besten welches Zuspielgerät
an?
Schon längst ist der Fernseh-Empfänger (Tuner) im TV-Gerät nicht
mehr die einzige Programmquelle für Bewegtbild und Ton. DVD-Player,
Set-Top- Boxen, Spielekonsolen, Camcorder und auch digitale
Fotokameras bieten sich ebenfalls als Signallieferanten an. Kein
Wunder also, dass moderne Fernseher ein Vielzahl von Buchsen und
Anschlüssen benötigen.
Anschlüsse für HDTV
Handelt es sich bei den zugespielten Signalen um HDTV, kommen
allerdings nur drei Buchsentypen in Frage: der analoge Komponenten-
Eingang (auch „YUV“ genannt)
sowie ihre digitalen Pendants HDMI oder DVI. Die HDMI-Buchse hat
sich dabei als Standard-Anschluss für hochauflösende Bild- und
Ton-Signale etabliert. Von dieser Buchse kann ein modernes TV-Gerät
kaum genug haben – zwei sind für ambitionierte Nutzer
Mindestanforderung, drei oder mehr HDMI Buchsen sind besser.
Anstelle von HDMI können manche Geräte auch die vom PC bekannte
DVI-Buchse besitzen. Während HDMI jedoch Bild- und Tonsignale
empfängt, lassen sich per DVI nur Bilder übertragen – der Ton muss
dann über eine zusätzliche analoge oder digitale Audio-Verbindung
angeliefert werden. Außerdem muss die DVI-Buchse für HDTV den
Kopierschutz HDCP unterstützen. Eine weitere
Anschluss-Variante, die unter Umständen hochauflösende Bildsignale
akzeptieren kann, ist die ebenfalls aus dem Computerbereich
entlehnte VGA-Buchse. Sie akzeptiert analoge Computer-Bildsignal und
lässt sich zum Beispiel für die Anzeige hochauflösender Digitalfotos
von einem PC oder Notebook nutzen. Gerade beim Einsatz eines
Computers als Zuspieler müssen aber verschiedene Probleme
berücksichtigt werden. So entspricht auch bei Anschluss per HDMI
oder DVI das Pixelraster des Bildschirms nicht immer dem vom PC
gelieferten Raster. Insbesondere der bei TV-Signalen sinnvolle „Overscan“
– eine leichte Bildvergrößerung, die für vollflächige Anzeige sorgen
soll – kann bewirken, dass PC-Bilder nicht perfekt auf dem Fernseher
erscheinen. Zudem müssen Nutzer externer Zuspieler oder eingebauter
Kartenleser darauf achten, dass JPEG-Fotos
wirklich in der maximalen Auflösung des TV-Geräts und nicht nur als heruntergerechnetes PAL-Bild erscheinen.
Scart & Co. für Standardauflösung
Alle weiteren üblichen Anschlüsse sind nur für niedrigauflösende
Signale auslegt. Doch
im Wohnzimmer-Kino gibt es ja noch jede Menge solcher Zuspieler.
Zwar lassen sich bei Bedarf auch Standard-Definition-Signale per
HDMI oder YUV übertragen – diese knappen Buchsen sollte man aber
möglichst für HDTV-Zuspieler reservieren. Für SD Signale eignet sich
am besten die klassische Scart-Buchse, die nach wie vor an fast
allen TV-Geräten zu finden ist. Via Scart können unterschiedliche
Signaltypen übertragen werden. Die höchste analoge Bildqualität
erzielen Sie mit RGBSignalen. Per Scart lassen sich aber auch die
etwas weniger hochwertigen Signalarten S-Video und FBAS übertragen.
Im Idealfall unterstützt das TV-Gerät alle Varianten. Zusätzlich
bieten viele Fernseher auch noch Y/C-„Hosiden“- und FBAS-Cinch-
Buchsen. Da sie vor allem für den Anschluss mobiler Geräte wie
Camcordern oder Multimedia- Playern zum Einsatz kommen, sollten Sie
von vorn zugänglich sein.
Verschlüsselung per
HDCP
Auf Drängen der Filmindustrie dürfen HDTVBilder nur mit dem
Kopierschutz HDCP (High Bandwidth Digital Content Protection)
übertragen werden – im Klartext: verschlüsselt. Der
HDCP-Standard sieht vor, dass sich Zuspieler und
Anzeigegerät gegenseitig identifizieren. Nur wenn das
erfolgreich war, fließen die digitalen Bild- und Tondaten.
Geräte mit HDMI-Buchsen erkennen und entschlüsseln diesen
Kopierschutz auf jeden Fall. Dagegen unterstützen nicht alle
Bildschirme mit DVI auch HDCP. Wenn beide Komponenten HDCP
beherrschen, können Sie aber per Adapterkabel einen
HDMI-Ausgang an einen DVI-Eingang anschließen – und
umgekehrt.
|
 |
Multimedia

PC, Internet und mobile Multimedia-Geräte wie Camcorder oder MP3-
und Video-Player bieten zusätzliche Inhalte. So kommen sie auf Ihr
TV-Gerät.
Das TV-Gerät und die Sound-Anlage im Wohnzimmer sind nicht nur
Heimkino, sondern auch der ideale Ort, um eigene Digitalfotos zu
präsentieren oder Musik- und Videodateien abzuspielen, die man sonst
nur am Computer im Arbeitszimmer im Zugriff hat. Zu diesem Zweck
besitzen viele moderne TV-Geräte einen Karten-Steckplatz, in dem
sich Speicherkarten direkt aus der Digitalkamera oder mobilen
Multimedia-Geräten einstecken lassen, um vom Fernseher unterstützte
Dateiformate abzuspielen. Zusätzlich oder alternativ kann eine
USB-Buchse vorhanden sein, über die sich Speichersticks, externe
Festplatten oder Kameras und Player anschließen lassen. Selbst eine
Aktualisierung der Steuersoftware („Firmware“) des Fernsehers ist –
etwa bei aktuellen Philips-Geräten – über die USB-Buchse möglich.
Sind die Multimedia-Ansprüche sehr hoch, kann sie das TV-Gerät mit
seinen eingebauten Funktionen jedoch möglicherweise nicht mehr
komplett erfüllen. Dann braucht man zusätzliche Geräte wie
Streaming-Boxen, Media- Center-PCs oder Spielkonsolen. Auch sie
finden Anschluss per Scart oder HDMI. Ähnliches gilt für
Set-Top-Boxen wie sie etwa für IPTV benötigt werden.
Raumklang

Zum großen Bild gehört der große Ton, sprich:
Raumklang. Dazu kann man mehrere Boxen im Wohnzimmer aufstellen –
muss man aber nicht.
Wer wünscht sich nicht, dass in seinem
Heimkino Jets über die Zuschauer hinweg donnern und Explosionen die
Wände wackeln lassen. Mit Surround-Anlagen, für die nach
Konfiguration sechs (5.1), sieben (6.1) oder noch mehr Lautsprecher
im Wohnzimmer aufgestellt werden müssen, wird das möglich. Doch
viele Zuschauer scheuen den Aufwand, der mit einer solchen Anzahl an
Lautsprechern verbunden ist. Hoch im Kurs stehen deshalb „Virtual
Surround“-Lösungen. Bei ihnen sind alle Lautsprecher im Gehäuse des
TV-Geräts eingebaut. Durch Anordnung der Schallquellen in
ausgeklügelten Winkeln (Philips nennt diese Technik beispielsweise „Ambisound“)
liefert das im TV-Gerät eingebaute Mehrkanal-System Raumklang ohne
den Bedarf an zusätzlich aufgestellten Boxen. Andere Hersteller
setzen dafür auf separate Lautsprecher-Leisten, die etwa unter dem
Fernseher montiert werden. Bei einigen Modellen lässt sich der Sound
durch eine separate Tiefton-Box aufpolieren. Dazu braucht der
Fernseher einen „Subwoofer-Ausgang“. Wer dennoch auf eine komplette
Surround- Anlage setzen will, sollte darauf achten, dass sich dort
ein „Audio-Delay“ einstellen lässt, damit Bild und Ton synchron
bleiben.
|